postheadericon Emigranten, globale Nomaden, Zugvögel und andere Reiselustige!

©eintopfheimat2010

Sie leben und arbeiten global? In Shanghai oder in Sri Lanka? In einer Millionenmetropole oder auf dem flachen Land? Sie wissen, wie man Haifischflossensuppe isst, und wie ein Antilopensteak schmeckt? Trotzdem  sehnen Sie  sich manchmal nach Kümmelbrot oder einem odentlichen Kartoffelsalat? Dann sind Sie hier richtig. EINTOPFHEIMAT ist der neue Blog für alle Deutschsprachigen, die zeitweise oder für immer im Ausland leben und für die Essen und Esskultur aus dem Gastland und der Heimat mehr sind als bloße Nahrungsaufnahme.


Ich weiß, wovon ich rede, denn  fast ein halbes Dutzend Mal stand ich in einem fremden Land, inmitten von gepackten Kisten, im Herzen eine Gefühlsmelange aus Neugierde und Zweifel und im Kopf viele Fragen. Wie wird mich der neue Ort, das neue Land wohl aufnehmen? Werde ich mich hier so zu hause fühlen wie in meiner fränkischen Heimat, die ich von 20 Jahren gegen ein Leben”on the move” eingetauscht habe? Gibt es vertraute heimische Lebensmittel und was bietet das Gastland an kulinarischen Besonderheiten?
Da ich glaube, dass man  über Nahrungsmittel und die Art und Weise wie sie angeboten werden,  sehr schnell sehr viel über die Kultur und die Menschen eines Landes herausfinden kann, gehe ich in jedem neuen Land sofort  über den örtlichen Markt und in die Lebensmittelläden.  In den Niederlanden zum Beispiel, wo ich imAugenblick lebe, fielen mir beim ersten Besuch die langen Reihen von Convenience Food in den Supermärkten auf, also Fertiggerichten, die man zu hause nur noch in der Mikrowelle schieben muss. Zunächst war ich, überzeugte Verfechterin frischer Zubereitung und saisonalen Kochens, schwer irritiert. Bis ich herausfand, das dieses Angebot eine Folge der Tatsache ist, dass in den meisten Familien beide Partner arbeiten und deshalb unter der Woche wenig Zeit zum Kochen bleibt. Und dass die Niederländer, pragmatisch wie sie sind, in dieser Situation Abstriche in Geschmack und Frische in Kauf nehmen.
In Damaskus dagegen ahnte ich bereits nach dem ersten Besuch im Gewürzsouk , dass die Syrer Feinschmecker sind und schon auf die Auswahl der Zutaten und das Aushandeln des Preises mehr Zeit verwenden, als der durchnittliche Westeuropäer auf die Zubereitung eines gesamten Mahls. Eine Ahnung, die bei jedem Restaurantbesuch und jeder Privateinladung aufs Neue in köstlich mundende Gewissheit verwandelte.
So nähere ich mich allen Ländern, in denen ich lebe, über die Esskultur an. Propiere, schmecke, koche nach und schaffe dadurch meine ganz persönliche “Eintopfheimat”. Gegen das kulinarische Heimweh, das mich, wie jeden im Ausland Lebenden, ab und zu befällt, habe ich eine andere wirksame  Waffe: “Einen Topf Heimat” – meine liebsten Familienrezepte. Darunter sind natürlich Gerichte, die sich nicht überall nachkochen lassen, aber auch solche, deren Zutaten man  in (fast) jedem Land der Welt finden kann.  Diese heimischen Rezepte stiften Vertrautheit in der Fremde und trösteten mich und meine Familie schon über manchen schlechten Tag hinweg.
 Die Rezepte und Texte  in diesem Blog sind hoffentlich eine Anregung für Sie, die Leserinnen und Leser, im “Topf  Heimat” und auch der “Eintopfheimat”  das Beste zu suchen.  Experimentieren, kochen und genießen Sie, was das Zeug hält. Und bitte berichten Sie davon in diesem Blog.

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