Salzburg reloaded

Salzburg reloaded

Mozartkugeln – Nockerl – Festspielprominenz – diese Seite von Salzburg kennt jeder. Mein erster Stadtbesuch vor fast 20 Jahren fiel auch in diese Kategorie: Pflichtprogramm war der Jedermann, die Burg und die populärste Straße der Stadt, die Getreidegasse. Ich erinnere mich Kostümspiele aus der Mozartzeit, an touristisches Gedränge und an mich als genervte Mutter eines aktiven Kleinkindes. Letztes Wochenende kam ich wieder nach Salzburg, aber diesmal war alles anders.

Stadtansichten hinter der Fassade

Das habe ich Claudia, Sonja, Caro, Sabrina und Minni zu verdanken, fünf großartigen Kolleginnen. Sie hatten zum Blogger-Treffen Salt and the City geladen.

steinbauer-groetsch©2015

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Und zeigten uns ihre Stadt hinter der touristischen Fassade. Vielleicht liegt es daran, dass meine Vorfahren väterlicherseits aus dem Salzburger Land kamen, vielleicht lang es am sommerlichen Wetter, vielleicht daran, dass das aktive Kleinkind mittlerweile studiert und ich nicht mehr genervt bin – jedenfalls habe ich an diesem Nachmittag vieles neu entdeckt: traditionelles Handwerk, kulinarische Raritäten und eine spannende Szenegastronomie. Und ich habe mich dabei in ein Salzburg verliebt, das traditionsbewusst und dabei weltoffen ist, voller Lebensfreude und Gelassenheit, gastfreundlich und innovativ.

Hier sind meine persönlichen Salzburger Highlights abseits der üblichen Touristenpfade

Das Panorama

Salzburg besitzt viele sehenswerte Plätze: die Burg, den Mirabellen-Garten, die Brücken über der Salzach, die Uferpromenade. Den schönsten Blick auf die Stadt hat man aber auf dem Turm des Rathauses. Der ist für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich, aber die Stadt Salzburg machte eine Ausnahme und öffnete ihn für uns Blogger. Über eine enge Wendeltreppe stiegen wir nach oben und wurden mit einem grandiosen Panorama von der Stadt, den Bergen und dem Fluss belohnt, bei dem sogar Einheimische wie Yvonne vom Blog freudeamkochen ins Schwärmen kamen: „Ich bin immer noch ganz begeistert von der Rathausturm-Tour. In meiner Kindheit hab ich die Glocke so oft gehört und nun auch endlich gesehen zusammen mit dem Mega Blick über Salzburg.“ Yvonne, dem habe ich nichts hinzuzufügen!

steinbauer-groetsch©2015

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Die Schirm-Manufaktur

Seit 1903 gehört die Schirm-Manufaktur Kirchtag in der Getreidegasse 22 zu den handwerklichen Institutionen der Stadt. Geschäftsführer Andreas Kirchtag nahm uns mit in die Werkräume über dem modernen Geschäft. Hier atmet alles Tradition und Können, obwohl auch so moderne Unternehmen wie Porsche-Design zu den Kunden von Kirchtag gehören. Ein großes Geschäft ist die Schirmmanufaktur nicht, erklärt Andreas, denn die Herstellung ist zeitaufwändig. Dennoch hält er an der Familientradition fest.

steinbauer-groetsch©2015

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Vier Mitarbeiter fertigen in Handarbeit Schirme für Damen und Herren nach Maß. Der Stock aus Ahorn, Kirsche, Esche oder anderen, exotischen Holzarten wird über Dampf gebogen, in Form gefräst und sechsfach geschliffen. Das Gestänge der Schirme kommt aus England oder Italien, die mechanischen Teile werden in Österreich nach Maß gefertigt und die Feder entsteht per Hand aus Klaviersaitendraht. So ein Prachtstück muss man natürlich richtig bedienen können. Auch das erklärte uns der Schirmherr von Salzburg: Man hält den Schirm erst einmal nach unten, öffnet ihn leicht und dreht ihn erst dann nach oben um. Wer schon immer einen exklusiven Regenschutz wollte, der ist hier am richtigen Platz, denn sogar der Stoff kann passend zur Krawatte oder zum Mantel gewählt werden. Toll, dass es noch solche Dinge in unserem standardisierten Leben gibt.

Kirchtag
Getreidegasse 22
5020 Salzburg, Österreich
+43 662 841310
www.kirchtag.com

Tradition im Glas

In der Getreidegasse gibt es noch einen weiteren alt eingesessenen Laden: den Spirituosen-Hersteller Sporer, der ebenfalls auf eine über 100 Jahre Erfolgsgeschichte zurück blicken kann. Der Orangenpunsch von Urgroßvater Franz und die Hausmischung von Opa Otto gehören auch heute noch zu den Verkaufsschlagern, ebenso die Brände von Seniorchef Peter Sporer.

steinbauer-groetsch©2015

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Der Laden ist eine städtische Institution. Hier treffen sich die Einheimischen auf ein Gläschen so wie man anderswo einen Espresso nimmt. Als wir am späten Nachmittag eintrudeln, ist schon viel Betrieb. Wir gesellen uns dazu und verkosten die Hausmischung, einen feinherben Kräuterbitter getreu nach dem Motto: When in Salzburg do as the Salzburger do!

Sporer
Likör- & Punschmanufaktur
Getreidegasse 39
5020 Salzburg
+43 662 8454310
www.sporer.at

Afrikanisches Feeling

Nach so viel Tradition jetzt ein Sprung zum jungen Salzburg. Wer trendy relaxen will, auf Mozartmusik verzichten kann und es bunt mag, der geht ins Afro-Cafe. Das Cafe ist ein Gastro-Projekt des Energy-Drink Herstellers Red Bull und hat absolut nichts mit der traditionellen Salzburger Kaffeehaus-Kultur gemeinsam. Das Interieur leuchtet in einem bunten Muster- und Materialmix, der mit Farben nicht spart.

steinbauer-groetsch©2015

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Zwischen up-cycling Objekten von jungen afrikanischen Designern aus den Townships kann man die hauseigenen Kaffee- und Teemarken goutieren, frühstücken, lunchen und zu Abend essen. Auch Vegetarier werden hier satt.

Afro-Cafe
Bürgerspitalpl. 5
5020 Salzburg
+43 662 844888
www.afrocafe.at

Mexiko in der Stadt

Ein mexikanischer Wind weht durch die Räume von Die Cabreras am Ursulinenplatz. Die Cabreras – das sind die Salzburgerin Eva und ihr mexikanischer Mann Abraham. Sie führen eine kleine, aber feine Boutique mit Verkostung, in der ich mich augenblicklich zuhause fühlte. Ausgewählte Produkte wie Schokolade und Salsa aus Abrahams Heimat Mexiko treffen sich hier mit Designer-Porzellan und Wohnobjekten aus Frankreich.

steinbauer-groetsch©2015

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Auf der Speisekarte stehen Guacamole und andere kleine Gerichte sowie hausgemachte Kuchen, die man an rustikalen Tischen verspeisen kann. Ein richtiges Restaurant ist Die Cabreras nicht, aber für eine Ruhepause während einer Citytour ist es bestens geeignet. Wer es familiär mag und ein wenig wie bei guten Freunden am Küchentisch, der ist hier richtig.

Die Cabreras
Ursulinenplatz 6
5020 Salzburg
+43 699 10886555
www.diecabreras

Übernachtungstipp

Wer eine günstige Übernachtungsmöglichkeit in Salzburg sucht, dem kann ich die JUFA empfehlen. Dort habe ich mein Haupt für das Wochenende gebettet. Das Jugend- und Familiengästehaus liegt ganz in der Nähe des Stadtzentrums und verfügt auch über einen Hotelteil. Die Zimmer sind neu und mit allem ausgestattet, was man braucht. Das Frühstück ist reichlich und frisch, das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Prima besonders für Familien.

JUFA Gästehaus Salzburg
Josef-Preis-Allee 18 
5020 Salzburg
+43 5 7083613
www.jufa.eu/jufa-salzburg-city

Für den sehr komfortablen und pünklichen Tansfer zum Flughafen in Amsterdam sorgte eine Limousine von blacklane, den ich testen konnte.

Mehr über mein Wochenende Salt and the City findest du auf Instagram unter #sbgatc15 #salzburgerland

Vielleicht magst du auch bei Dorothee vom Blog bushcook vorbeischauen, bei Claudia von dinnerum8, bei Stefan von derkönigkocht und bei Elke von kochlaborantin. Die habe ich nach einer langen virtuellen Bekanntschaft in Salzburg endlich persönlich getroffen.

Falls du jetzt gerne Salzbuger Nockerl essen möchtet, dann bitte hier entlang.

3 Kommentare
  1. Spät aber doch, ganz herzlichen Dank für den schönen Bericht, liebe Grüße aus Salzburg

  2. Liebe Barbara,

    die letzten Wochen waren bei mir ganz schön stressig und nun komme ich erst dazu die ganzen schönen Blogs von meinen Bekanntschaften vom Blogcamp zu durchstöbern.
    Dein Blog gefällt mir wirklich sehr. Ich werde gleich noch etwas durch deine Rezepte stöbern, um Anregungen für die nächste Woche zu bekommen.
    Ich wünsche dir noch einen schönen restlichen Sonntag.

    Herzliche Grüße
    Fanny

    • Liebe Fanny, vielen Dank für dein Lob und Gegenbesuch ist versprochen! Barbara

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