Semmelknödel: Von wegen versemmelt!

Semmelknödel: Von wegen versemmelt!

Wenn man in meiner alten Heimat im Fränkischen etwas versemmelt, dann bedeutet das, dass einem eine Sache komplett missglückt. Die Gelegenheiten, etwas falsch zu machen, sind im Leben ja mannigfaltig, besonders wenn man wie ich immer wieder mit fremden Kulturen konfrontiert wird und zwangsläufig in das ein oder andere Fettnäpfchen tappt.

Semmelknödel – Gelingsichere Zuspeis

Auch beim Kochen habe ich schon einiges versemmelt, zum Beispiel die Martinsgans, deren Fleisch so zäh war, als hätte sie drei Weltumrundungen hinter sich. Zum Glück gibt es aber Rezepte, die selbst weniger geübten Köchen und Köchinnen immer gelingen – dazu gehören unbedingt Semmelknödel mit Pilzsauce. Die Knödel sind ein typisch süddeutsches Gericht, traditionell werden sie als Beilage zu Braten oder Wild gereicht. In Österreich sagt man dazu Zuspeis und serviert sie mit einem saftigen Schweinsbraten und Kraut.

Waldpilze auf dem Teller

In meiner Familie werden die Semmelknödel seit ich denken kann mit Pilzen gegessen. Mein Vater, ein leidenschaftlicher Naturmensch, ging in meiner Kindheit noch selbst los, um Steinpilze, Pfifferlinge oder Wiesenchampignons zu suchen. Als er nicht mehr mobil war, brachten ihm Freunde gelegentlich ein Körbchen voller Waldpilze, die meine Mutter sorgfältig putzte und zu einer köstlichen Soße verarbeitete, die schmeckte wie ein Spaziergang durch einen kühl- duftenden Morgenwald.

steinbauer-groetsch©2010

Wenn ich etwas bedauere, dann, dass ich mich in meiner Kindheit und Jugend nicht mehr für die Kunst des Pilzsammelns interessierte. Ich erkenne, abgesehen von einem Fliegenpilz, nicht wirklich, welcher Pilz essbar ist und welcher nicht und lasse, auch wenn ich die Gelegenheit habe, lieber meine Finger vom selber sammeln.

Große Auswahl

Wenn ich Pilze koche, dann kaufe ich sie im Laden oder auf dem Markt. Jetzt im Herbst ist in Europa ja Hochzeit. Wildpilze sind hier in Holland leider oft von schlechter Qualität oder sehr, sehr teuer. Bei Zuchtpilzen gibt es aber eine ganz ordentliche Auswahl. Und so fiel meine Wahl für dieses Gericht auf eine Kombination aus Kastanienchampignons, Austernpilzen, gelben Austernseitlingen und Stockschwämmchen. Schau doch mal auf dem lokalen Markt, was es an Pilzen gibt oder lass dich von deinem Gemüsehändler beraten.

steinbauer-groetsch©2010

Kulinarische Erinnerung

Die Semmelknödel machte ich aus gekauften Bäcker-Semmeln (norddeutsch: Brötchen). Man kann aber auch Baguette, Brezeln oder anderes Weißbrot (das gibt’s ja in fast allen Ländern der Welt) dafür verwenden. Wichtig ist, dass die Kruste nicht zu dick ist, denn sonst weicht sie nicht richtig durch. Notfalls fein abschneiden.

Das Rezept für die Semmelknödel habe ich aus dem Kochbuch „Österreichische Schmankerl-Küche“ von Ulrike Hornberg, das ich vor 25 Jahren anlässlich meines Wien-Studien-Aufenthalts geschenkt bekam und das mir noch immer gute Dienste leistet. Die Pilzsoße koche ich leicht modifiziert nach dem Rezept meiner Mutter.

Nach den Fotos findest du das Rezept für die Pilzsoße und die Semmelknödel.

steinbauer-groetsch©2010

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Semmelknödel
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Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 10-25 Minuten
Wartezeit 30 Minuten
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Anleitungen
  1. Alle Brötchen in 2x2 cm große Würfel schneiden und in eine ausreichend große Schüssel geben.
  2. Zwiebel fein würfeln, Petersilie waschen und hacken.
  3. Butter in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel-Petersilien-Gemisch bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten glasig anschwitzen. Darauf achten, dass die Zwiebeln nicht braun werden. Über die geschnittenen Brotwürfel geben.
  4. Eier und Milch mit einer Prise Salz verquirlen und ebenfalls zu der Mischung geben. Gut umrühren und eine halbe Stunde stehen lassen.
  5. Danach das Mehl zu geben. Noch einmal alles gut durcharbeiten und mit der Hand 8 mittelgroße Knödel formen.
  6. In einem Topf ausreichend Salzwasser zum Kochen bringen. Knödel ins Wasser legen und 10-12 Minuten ganz sanft und leise köcheln lassen. Mit einer Kelle aus dem Kochwasser heben und sofort servieren.
  7. Im Dampfgarer geht es noch einfacher. Ich lege die Knödel in den gelochten Einsatz und gare sie bei 80 °C für 25 Minuten.
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Pilzsoße
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Gang Beilage
Küche Deutschland
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 12-15 Minuten
Portionen
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Zutaten
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Anleitungen
  1. Pilze putzen und in feine Scheiben schneiden.
  2. Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. Beides in Olivenöl bei mittlerer Hitze 2 Minuten anschwitzen.
  3. Pilze dazu geben und kurz anbraten. Salzen und pfeffern.
  4. Mit dem Weißwein oder der Brühe ablöschen und bei geschossenem Deckel 10 Minuten leicht köcheln lassen.
  5. Zum Schluss die Sahne dazu geben und mit geöffnetem Deckel bei mittlerer Hitze solange reduzieren, bis eine cremige Soße entsteht.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
1 Kommentar
  1. Hallo,bin schon lange auf der Suche nach dem richtigen Pilzgericht und habe es nun endlich gefunden.Werde es am Montag gleich ausprobieren.Vielen Dank gruß Claudia

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