Der Geschmack von Malaysia: Norman Musa

Der Geschmack von Malaysia: Norman Musa

Mittlerweile gehört ein Besuch beim Tong Tong Festival auf dem Maliveld in den Haag zu meinem festen Jahresritus. Das mittlerweile größte eurasische Kulturtreffen der Welt hat eine lange Tradition, zum 56sten Mal fand es heuer statt. Auch in diesem Jahr ging es, neben Kunst und Kultur, ums Essen. Mit dabei war Norman Musa aus Malaysia. Wer meinen Blog regelmäßig liest, der weiß, dass meine Freundin Karin seit kurzem in Kuala Lumpur lebt. Zum Abschied hatte ich ihr als kleinen Vorgeschmack eine Laksa gekocht, mit dem Auftrag an sie, nachzuspüren, ob meine Kochbuchvariante der klassischen Suppe dem Original vor Ort nahe kam. Das kann ich nun aber selbst herausfinden, denn in ein paar Wochen werde ich sie besuchen. Lag also nichts näher, als mich bei Norman Musa schon einmal einzustimmen.

Norman Musa

steinbauer-groetsch©2014

Norman stammt aus Penang, jener Region, die als die kulinarische Schatzkiste Malaysias gilt. Mit neunzehn ging er nach Großbritannien und durchlief dort eine Kochausbildung. Mittlerweile zählt er zu den bekanntesten Gesichtern einer neuen Generation von Köchen mit asiatischem Hintergrund. Sein Restaurant Ning in Manchester wurde 2012 beim Asian Curry Award als bestes malaysisches Restaurant ausgezeichnet, er selbst gewann gleichen Jahr in Großbritannien den Titel des Young Asian & Oriental Chef of the Year. Auch ein Kochbuch hat er schon veröffentlicht.

Norman Musa

steinbauer-groetsch©2014

Nach einigem Suchen auf dem weitläufigen Gelände des Tong Tong Festival fand ich den Stand, an dem Norman seine mobile Garküche aufgebaut hatte. Und weil ich ein wenig zu früh war, kamen wir ganz unkompliziert ins Gespräch. Die malaysische Küche wird von einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen aus Europa, Asien dem Orient geprägt, erzählte er bereitwillig. Die große Diversität, die auf den Foodmärkten des Landes zu finden ist, macht eine Zuordnung schwierig, die Länderküche lässt sich nicht so einfach mit einem Label versehen. Dennoch kann man zwei besondere Kochtraditionen ausmachen.

Erstens die sogenannte Nyonya-Küche, eine Fusion aus malaysischen, portugiesischen und chinesischen Einflüssen. Zu den bekanntesten Gerichten gehört eben jene Assam Laksa Suppe, die ich für meine Freundin zubereitet hatte. (Wieder was gelernt.)

Die zweite große Strömung ist die indisch-malaysische Mischküche, die unter dem Namen Mamak läuft. Hier werden typisch indische Zutaten wie Kardamom oder Koriander mit der ostasiatischen Geschmackspalette kombiniert, die von Zitronengras über Kokosmilch bis zu Galangal reicht.

Norman Musa

steinbauer-groetsch©2014

Diversität und die Vielfalt der Einflüsse in einer Länderküche galt bei kulinarischen Traditionalisten lange als Makel. Fusion war etwas, was den authentischen Geschmack verwässerte. „Die malaysische Küche wird unterschätzt“, bedauert Norman. Und will beweisen, dass aus der Mischung unterschiedlicher Kochtraditionen durchaus etwas ganz Neues und Eigenes entstehen kann. Im Augenblick hat Norman Musa seine Basis in London und wenn er nicht als kulinarischer Botschafter durch die Welt tourt, dann arbeitet er dort daran, die traditionellen Zutaten der malaysischen Küche zeitgemäß zu interpretieren.

In seiner Kochshow selbst zeigte Norman aber Klassiker, denn deswegen waren die Leute hauptsächlich gekommen. Zum Beispiel das schnelle Hühnercurry Gulai Ayam. Wichtige Zutaten dabei sind seine eigene Currymischung für Fleisch, Pandan Blätter, die er als „die Vanille Asiens“ bezeichnet, dazu Zwiebeln, Knoblauch, Zimt, Sternanis, und Tamarindenpaste.

steinbauer-groetsch©2014

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Und tatsächlich, in kurzer Zeit hatte er aus den Zutaten ein ziemlich schmackhaftes Gericht bereitet. Ich bin jetzt wirklich neugierig auf Kuala Lumpur und freue mich darauf, mit meiner Freundin über die Foodmärkte zu streifen.

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Gulai Ayam - Hühner-Curry nach Norman Musa
Curry Norman Musa
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Küche Malaysia
Vorbereitung 15 Minuten
Kochzeit 25 Minuten
Portionen
Personen
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Curry Norman Musa
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Anleitungen
  1. Hühnerbrust säubern und in dünne Scheiben schneiden.
  2. Kartoffeln und Karotten schälen. Kartoffeln vierteln, die Karotten in 1 cm dicke Scheiben schneiden.
  3. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer schälen, fein hacken und im Mixer oder im Mörser zu einer Paste verarbeiten.
  4. In einer Pfanne das Öl erhitzen und die Zwiebel-Knoblauch-Ingwer-Paste dazugeben. Wenn sich die Aromen entfalten, den Sternanis, das Pandan-Blatt und die Zimtstange hinzufügen.
  5. Wenn die Zutaten leicht gebräunt sind, das Curry-Powder, Wasser, Salz, Zucker und den Tamarinden-Saft einrühren.
  6. Das ganze solange köcheln lassen, bis sich das Öl von den restlichen Zutaten separiert.
  7. Hühnerfleisch, Kartoffeln und Karotten in die Pfanne geben. Nun muss das Curry solange kochen, bis alle Zutaten gar sind, das dauert circa 15 Minuten.
  8. Kokosmilch hinzugeben, alles nochmals kurz aufkochen lassen.

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