Historisch kochen: Mit Suppe nach Übersee

Historisch kochen: Mit Suppe nach Übersee

Mit Suppe nach Übersee – dies war der Alltag von Millionen Auswanderern, die sich vom 17. bis zum 20. Jahrhundert  auf die Reise über den großen Teich machen. Brigitte Meisters  Das Auswanderer Kochbuch, das ich hier ausführlich besprochen habe, machte  mich neugierig auf die karge Kost, mit sich die Pioniere des Expat-Lebens auf der wochenlangen Schiffsreise ernärten. Hier nun ein Rezept, das ich deswegen herausgriff, weil ich die Zutaten gerade im Haus hatte – „Erbsensuppe mit gerösteten Brotwürfeln“.

Kulinarische Zeitreise

Eine Bemerkung  kurz vorweg: Auf den Fotos im Buch sind es Kichererbsen, die verwendet werden, die haben aber botanisch mit der Erbse nichts gemein. Für den ungeübten Koch ist dies etwas irreführend. Zudem sollte man Kichererbsen nicht, wie vielleicht historisch korrekt beschrieben, in ihrem Einweichwasser kochen, sondern in frischem Wasser. Grund: die ungekochten Samen enthalten schädliche Stoffe.

So, jetzt aber ab in die kulinarische Zeitreise mit dem Rezept für die historische Kichererbsen Suppe.

Kichererbsen Suppe

steinbauer-groetsch©2012

Kicher Erbsen Suppe

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Erbsensuppe

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Kichererbsensuppe

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Kichererbsen-Suppe mit gerösteten Brotwürfeln
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Anleitungen
  1. Kichererbsen über Nacht (oder mindestens 12 Stunden) einweichen.
  2. Das Einweichwasser mehrmals wechseln.
  3. Die Kichererbsen gut abspülen und mit frischem Wasser aufsetzen.
  4. Gemüse waschen und in kleine Würfel schneiden.
  5. Bio-Zitrone waschen und abreiben. Zitronenabrieb, Gemüsewürfel und Fleisch zu den Kichererbsen geben.
  6. Bei geschlossenem Deckel auf mittlerer bis kleiner Flamme zirka 2 Stunden köcheln lassen. (Im Schnellkochtopf geht es schneller, hier benötigen Kichererbsen zirka 15 bis 20 Minuten). Das Kochwasser sollte die Zutaten knapp bedecken.
  7. In der Zwischenzeit die Brotscheiben in grobe Würfel schneiden.
  8. Butter oder Öl in einer Pfanne erhitzen und die Würfel anrösten.
  9. Wenn die Kichererbsen gar sind, Fleisch herausnehmen und in Würfel schneiden.
  10. Das Gemüse und die Kichererbsen zerstampfen oder durch die grobe Lochscheibe einer flotten Lotte drehen.
  11. Die Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fleischwürfel zurück in die Suppe geben, alles noch einmal erhitzen.
  12. Mit den Brotwürfeln servieren.
 

4 Kommentare
  1. Ich bin immer auf der Suche nach interessanten und unbekannten Rezepten für den Schnellkochtopf. So bin ich auf ihre Webseite gestoßen.
    Herzlichen Glückwunsch zu dem Buch. Es hört sich sehr spannend an. Auf jeden Fall für mich, da auch ich den Weg der Auswanderer gegangen bin und immer wieder gerne an Essen aus der Heimat zurückdenke!
    LG, Günter

    • Lieber Günter,
      die Auswanderer-Suppe ist sicher was für den Schnellkochtopf. Das Rezept stammt aber nicht aus meinem Buch EIN TOPF HEIMAT – Rezepte mit Familiensinn und Fernweh, sondern findet sich in Brigitte Meisters Auswanderer Kochbuch, ein kulinarisch-historischer Rückblick auf die Auswanderungswellen des 18. und 19.Jahrhunderts. Meine Rezension findest du hier

      Beste Grüße und weiterhin viel Spaß beim Kochen wünscht Barbara

  2. Die nachgekochte Suppe ist sicherlich dem Original um Längen voraus. Dass die Vorratshaltung in der damaligen Zeit in einem feuchten Schiffsrumpf ein Problem war, bedeutet ja auch, dass das Essen ständig mit Schimmel und Bakterien durchsetzt war. Diese Geschmackserlebnisse möchte man heute ganz bestimmt nicht heraufbeschwören.

    Bei den Kichererbsen würde mich interessieren, woher die Auswanderer sie bezogen haben. Ich durfte im Oktober zum ersten Mal italienische Kichererbsen probieren. Der Geschmack ist wunderbar und hat nicht die geringste Ähnlichkeit mit den Kichererbsen, die ich aus deutschen Supermärkten kenne. Ein Eintopf aus italienischen Kichererbsen dürfte wahrscheinlich eine Delikatesse sein.

    • Hallo Nata,
      danke für deine informativen Ergänzugen zum Blogeintrag. Sicher hast du Recht: mein Geschmackserlebnis ist anders als das der Schiffspassagiere. Wie du sagst hatten die mit schlechter Vorratshaltung zu kämpfen und mussten sicher oft verschimmelte Nahrung essen. Trotzdem war es ein interessantes Experiment, eine kleine Annäherung an Ess- und Zeitgeschichte, die mir großen Spaß gemacht hat.

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