Rote Bete und indisch-deutsches Fusion-Cooking

Rote Bete und indisch-deutsches Fusion-Cooking

Rote Bete hatte in meiner Kindheit ein ziemlich langweiliges Image. Sie gab es eigentlich nur als Salatbeilage zum Sonntagsbraten. In meiner Erinnerung schmeckte sie nicht nach viel und machte hauptsächlich fiese Flecken auf der guten Tischdecke. So habe ich mich lange gar nicht für die Qualitäten der erdig schmeckenden Rübe interessiert. Es gab einfach zu viel anderes Leckeres in der Welt.

Lust auf die Power-Rübe

Rote Bete indisch deutsch fusion cooking eintopfheimat©2014

eintopfheimat©2014

Erst in den Niederlanden entdeckte ich die Power-Rübe noch einmal neu. Hier kommt sie in den Stamppot, den typischen holländischen Kartoffelstampf, unter den verschiedenste Gemüse gemischt werden können. Und praktisch wie die Niederländer nun mal sind, gibts die roten Rüben schon vorgekocht und sogar vorgeschnitzelt, so dass man sich das Kochen und die damit verbundenen Farbspiele auf Händen und Arbeitsgeräten sparen kann.  Der zweite Grund an meines wieder geweckten Interesses ist meine indisch-britische Freundin Dee, mit der ich die Leidenschaft für Essen und Kochen teile. An einem jener unzähligen Spätnachmittage, die wir wartend in Schwimm- und Turnhallen verbringen, während unsere Girls sich sportlich betätigen, kamen wir auf die Idee, diese Leidenschaft  zusammen zu bündeln und einen indisch-deutschen Rote Bete Fusionsversuch zu starten. Schließlich gehört die Knolle auch in Dees Heimat im Norden Indiens zu den populären Wintergemüsen. Sie telefonierte mit ihrer Mutter, ich wälzte ein paar Kochbücher und heraus kam das: Dee kochte eine rote Bete Suppe mit grünen Chili, Kokosraspel und Tarka, einem heißen Topping aus Senfsamen, Curry-Blättern und Öl. Ich pimpte meinen Kindheitserinnerungs-Salat mit Mandel-Butter und Birne auf.

steinbauer-groetsch©2014

steinbauer-groetsch©2014

Gemeinsame Aromen

Die beiden Speisen harmonierten vortrefflich miteinander, denn trotz der unterschiedlichen Zutaten gab es ein Gewürz, die sich in beiden Gerichten wiederfand: den Kümmel. Dee benutzte Kreuzkümmel für die Suppe, ich aromatisierte die Birne mit unserem deutschen Wiesenkümmel. Die beiden Samen kommen aus der Familie der Doldenblütler, stammen aber aus unterschiedlichen Gattungen und sind nicht direkt miteinander verwandt. Und obwohl sie auch unterschiedlich schmecken, legten sie den gemeinsamen Grundstein, auf dem jedes Gericht seine ganz eigene Note entwickeln konnte, ohne das andere zu überlagern oder zu verdrängen.

Was wiederum meine Theorie bestätigt, dass wir manche Differenz in der Welt besser lösen könnten, wenn bereit wären, Gemeinsamheiten zu suchen und Unterschiede als Bereicherung zu sehen.Vielleicht müssen wir einfach öfter miteinander kochen und essen.

Neugierig? Hier gibts die Rezepte:

Indische Rote Bete Suppe mit Kokosraspel, Chili, Kreuzkümmel und Schwarzbrot

Deutscher Rote Bete Salat mit Mandelmus, Birne und Wiesenkümmel

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