Gestern hatte ich genug. Genug vom ewigen holländischen Schmuddel-Regenwetter, genug von den trüben Tagen, genug von der Dunkelheit, mit der ich morgens aufstehe und die mich am nachmittags viel zu früh das Licht anknipsen lässt.
Tofu gegen schlurfende Teenager
Von der klammen Kälte, die mir in die Knochen steigt, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin. Genug auch von schniefenden Kindernasen und müden Teenagern, die wie Zombies durch das Haus schlurfen. Was also tun? Wegfliegen ? Unmöglich! Trübsal blasen? Unbefriedigend! Etwas Exotisches mit Tofu kochen, das die Seele aufmuntert? Das war die Lösung.
Reisesouvenir Essen
Ich blätterte durch meinen neuesten Kochbuch-Kauf, World Food Café von Carolyn & Chris Caldicott. Die beiden betreiben das gleichnamige Restaurant im Londoner Covent Garden, in dem sie vegetarische Gerichte servieren, die sie auf ihren vielen Reisen durch die ganze Welt kennengelernt haben. Hängen blieb ich an einem sehr einfach klingenden Wok-Rezept aus den Straßenküchen Bangkoks.
Die Zutaten – Auberginen, Koriander, und Keniabohnen – haben zwar im Augenblick keine Saison, aber in Anbetracht meiner emotionalen Notlage warf ich die Prinzipien der saisonalen Küche kurzerhand über Bord. Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Meine Familie dankte es mir, denn sie liebt diese Art zu kochen. Sogar die finstere Teenager-Mine meiner Tochter erhellte sich ob der Aussicht auf ein leckeres vegetrisches Abendessen.
Kochen auf Gasflamme
Ich bin in der glücklichen Lage, hier in Holland mit Gas kochen zu können und habe mir deshalb eine spezielle, extra starke Wok-Flamme installieren lassen. Neuerdings bieten einige Küchengeräte-Hersteller auch Induktionswoks an, die eine gute Alternative sind. Ich persönlich finde die Gasflamme aber authentischer und sinnlicher, denn ich mag es, wenn ich die Hitze beim Kochen spüren kann. Na ja, jeder hat einen anderen Tick! Aber zurück zum Thema Woken.
Zischender Wok
Der Vorteil bei dieser Methode ist, dass eine sehr große gleichmäßig hoch erhitze Fläche zum Garen zur Verfügung steht. So wird das Gargut schnell rundum angebraten, behält aber seine knackige Frische. Durch die starke Hitze können sich die Aromen wunderbar entfalten und entwickeln eine ganz eigene Intensität. Allerdings muss man aufpassen, denn wenn der ideale Garpunkt überschritten ist, fällt vor allem Gemüse in sich zusammen. Wok-Gerichte also immer frisch zubereiten und sofort servieren.
Jetzt aber zum Rezept. Die Zutaten sind nicht besonders exotisch und sicher in vielen Ländern zu erhalten. Einzig beim Tofu sollte man darauf achten, dass er schnittfeste Qualität hat. Das Rezept verlangte frittieren Tofu, da ich diesen aber nicht fand, habe ich einfach normalen Tofu genommen und diesen selbst frittiert.
Außerdem lachten mich beim Einkauf ganz frische Baby-Maiskolben an, die ich mit in das Rezept hineinschmuggelte. Geschadet hat es nicht. Das Wok-Gemüse aus Bangkok war ein Volltreffer. Familie happy – ich happy! Und heute scheint die Sonne!
Nach dem Foto findest du das Wokgemüse Rezept mit Tofu!
Wok-Gemüse aus Bangkok
Zutaten
- 100 ml Sonnenblumenöl
- 2 mittlere Auberginen ca. 500-600 g
- 1 Block Tofu ca. 300 g
- 250 g Keniabohnen
- 150 g Baby-Maiskolben
- 2 rote Chilischoten
- 2 EL brauner Zucker
- 400 ml Kokosmilch
- 3-4 EL Fischsoße oder Salz nach Bedarf
- 1 Bund frische Korianderblätter
Anleitungen
- Auberginen waschen, in zirka 2 cm dicke Scheiben schneiden und diese noch einmal vierteln.
- Baby-Maiskolben waschen und der Länge nach halbieren.
- Keniabohnen ebenfalls waschen und an beiden Enden putzen.
- Chilischoten in Scheiben schneiden. Wer es nicht so scharf mag, entfernt vorher die Kerne. Korinadergrün waschen und die Blätter sorgfältig abzupfen.
- Tofu-Block in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit Küchenpapier trocken tupfen.
- 100 ml Öl in einem Wok erhitzen und die Tofu-Scheiben von beiden Seiten goldbraun anbraten und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- In dem restlichen Öl (ca. 4 EL sollten es sein, bei Bedarf etwas Öl nachgießen) zunächst die Auberginen bei großer Hitze rund herum anbraten. Eine Prise Salz zugeben, damit sie nicht das ganze Öl aufsagen.
- Nach 3 bis 4 Minuten werden die Auberginen weich. Nun Baby-Maisund Keniabohnen zugeben.
- Unter ständigem Rühren anbraten. Chilischoten und Zucker hinzufügen, und alles gut durchrühren.
- Nach 2 Minuten die Hitze reduzieren und die Kokosmilch hinzufügen.
- Frittierte Tofu-Scheiben dazu geben.
- Das Gemüse mit Salz oder Fischsoße abschmecken und 5 Minuten köcheln lassen.
- Serviert wird das Gericht mit frischen Korianader-Blättern auf Reis oder
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