Eurasische Mischküche vom Feinsten: Urap Urap

Eurasische Mischküche vom Feinsten: Urap Urap

Die „indische keuken“ gehört zu den Niederlanden wie Kartoffeln und Käse. Um Missverständnissen gleich vorweg vorzubeugen – mit der Küche Indiens hat das nichts zu tun. Als „indisch“ wird in den Niederlanden jene Mischung aus europäischen und asiatischen Einflüssen bezeichnet, die in der Kolonialzeit in niederländisch-Ostindien, dem heutigen Indonesien,  entstanden ist, und die bis heute in der Kultur fortlebt.

Urap Urap – Mischküche vom Feinsten

Es gibt „indische“ Architektur, „indischen“ Pop und eben auch die „indische“ Küche. Immer wieder wird sie mit der indonesischen Küche gleichgesetzt, was aber so nicht stimmt. Denn in der „indischen keuken“ verbinden sich traditionelle niederländische Gerichte, Zutaten und Zubereitungsweisen mit den Küchentraditionen der ostindischen Inseln zu einer ganz eigenständigen Geschmacksrichtung.

Diese ganz spezielle eurasische Küchentradition entstand in den Tagen der Vereinigten ostindischen Kompanie (VOC), hat in vier Jahrhunderten vielfältige Veränderungen und Adaptionen erfahren und ist damit eine der ältesten Mischküchen überhaupt. Bis heute ist sie in den Niederlanden und auch in Indonesien lebendig. (Mehr über die Geschichte der „indischen keuken“ in meinem Post und in meinem Artikel über das „indische“ Den Haag auf zeitonline.de

 

Geschmacks-Fusion

Über die Landesgrenzen hinaus allerdings ist diese eurasische Spielart der Mischküche allerdings wenig bekannt. Und so sind die meisten Kochbücher auch nur auf niederländische erhältlich. Das nachfolgende Rezept  Urap Urap ist eine Art kalter Gemüsesalat mit Kokos. Typisch niederländische Zutaten wie Bohnen und Kohl vermengen sich mit asiatischen Ingredienzien wie Sambal Olek und Mung-Bohnensprossen.

Gefunden habe ich den Salat in Jeff Keasberrys Kochbuch Indische Keukengeheimen. Darin spürt Keasberry Rezepten und Geschichten seiner Familie nach. Jeffs Großmutter Oma Keasberry gründete 1954 das Amsterdamer Restaurant Djokja, das Jahrzehnte lang als Institution für die „indische“ Küche galt.  

Zu Urap Urap passen hervorragend  Saté vom Schwein oder Huhn, Erdnusssoße und Reis. Das Rezept dazu habe ich schon mal gepostet.

 

steinbauer-groetsch©2013

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Urap Urap
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Vorbereitung 20 Minuten
Kochzeit 15-20 Minuten
Wartezeit 20 Minuten
Portionen
Personen
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Anleitungen
  1. Bohnen waschen, putzen und in zirka 4 cm lange Stücke schneiden.
  2. Mungbohnen-Sprossen waschen.
  3. Die äußeren Blätter des Spitzkohls entfernen, Strunk herausschneiden und den Kohl grob würfeln.
  4. Die Gemüsesorten nacheinander in kochendem Salzwasser blanchieren, sodass sie noch bissfest sind.
  5. In einen Sieb abgießen und unter kaltem Wasser abkühlen. Abtropfen lassen.
  6. Die Gurke waschen, schälen und längs halbieren. Mit einem Löffel die Samen herauskratzen. Die Hälften noch einmal längs halbieren und dann quer fein schneiden.
  7. Knoblauch und Schalotten schälen und fein hacken.
  8. Gemüse, Grurke, Zwiebeln und Knoblauch in einer Schüssel vermengen.
  9. Frischen Galangal schälen und reiben.
  10. Limonenblatt waschen und in feine Streifen schneiden.
  11. 4 EL Wasser zum Kochen bringen, die Tamarindenpaste und die Garnelenpaste (Trassi) darin auflösen und dann das geschnittene Limonenblatt, den frischen Galangal oder das Galangalpulver dazu geben. Mit Sambal Olek, Salz und Zucker abschmecken und zur Seite stellen.
  12. Die getrockneten Kokosraspel mit zirka 100 ml heißem Wasser auf kleiner Flamme erhitzen bis das Wasser absorbiert ist.
  13. Die vorbereitete Würzsoße in die Kokosmasse geben und alles sehr gut vermengen.
  14. Die gewürzten Kokosraspel unter das Gemüse heben. Alles gut vermischen. Bei Zimmertemperatur servieren.
 

 

 

 

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3 Kommentare
  1. Best food after yoga lessons! Thank you Barbara.
    Namaste

  2. Ich habe dieses Blog gerade erst entdeckt und bin fasziniert! Toll, hier werde ich öfter stöbern, zumal Heimat- und Heimwehküchen auch eines meiner Themen sind.
    „Mischküchen“ finde ich extrem spannend. Habe vor einiger Zeit Lizzie Collingham: Curry. A Tale of Cooks & Conquerors gelesen, wo es u. a. um anglo-indische Mischküche(n) geht. Von der niederländisch-indonesischen hatte ich bisher keine Ahnung. Da muss ich doch glatt mal ein bisschen nachlesen. Danke für den Anstoß! Und für das Rezept natürlich. Das klingt nämlich lecker.

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