Kochen in Kuala Lumpur III: Eating Out

Kochen in Kuala Lumpur III: Eating Out

Natürlich habe ich in Kuala Lumpur nicht nur gekocht, sondern mich auch durch die Restaurant-Landschaft gefuttert, sogut das in drei Tagen ging. Dabei fühlte ich mich wie ein keines Kind in einem übervollen Süßigkeitenladen. Ich war wirklich überwältigt von der riesigen Auswahl von Lokalen, die in allen Preisklassen verfügbar sind. Man muss sich in vielen Straßen nur einmal um die eigene Achse drehen und hat schon mehr als ein eine Handvoll unterschiedliche Länderküchen in Reichtweite.

Restaurant-Himmel

Unglaublich – ich habe noch nie eine Stadt besucht, in der Essen eine derart prominente Rolle im öffentlichen Leben spielt. Thailändisch, malaysisch, indonesisch, chinesisch, indisch, italienisch, französisch, deutsch – alle Nationen dieser Welt scheinen hier eine kulinarische Außenstelle zu betreiben.

steinbauer-groetsch©2014

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Selbst die glitzernden und klimatisierten Shopping-Malls wirken wie ein Schlaraffenland mit angeschlossener Einkaufsmöglichkeit.

Essen geht immer

Vielleicht liegt das daran, dass in Malaysia viele unterschiedliche Ethnien zusammenleben. Nur 50% der Einwohner sind Malaien. Daneben gibt es eine große chinesisch-stämmige Gruppe von circa 23%, 7% indische Einwanderer, indigene Völker und Europäer. Religion und Kultur sind extrem unterschiedlich. Essen scheint da ein praktikabler Weg zu sein, soziale und religiöse Gräben zu überwinden. Denn essen muss man, egal welchen Glauben man hat, welche Hautfarbe das Aussehen bestimmt oder welcher Bevölkerungsgruppe man angehört.

Nyonya-Küche

Prominent im ganzen Stadtbild ist die Nyonya-Küche, die ihren Ursprung in der Region Penang hat. Straits-Chinesen siedelten dort im fünfzehnten Jahrhundert und heirateten einheimische Frauen.Daher finden sich auch heute noch in der Nyonya-Küche sowohl malaiische als auch chinesische Elemente.

steinbauer-groetsch©2014

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Wir begaben uns ins Little Penang Kafé in der Mid Valley Mega Mall. Das Restaurant liegt unspektakulär im Erdgeschoss nahe eines Eingangs und strahlt eine geschäftige Imbiss-Atmosphäre aus. Kein Schnick-Schack, man beschränkt sich auf das Wesentliche, das Essen. Ein eilfertiger Service, kaum Wartezeiten und für unsere Verhältnisse extrem günstige Preis schienen an dem Abend nicht nur uns anzuziehen. Der Laden brummte. Und das Essen? Spannend.

steinbauer-groetsch©2014

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Wir teilten eine uns eine Ladung Pie Tee, knusprige kleine Teigförmchen, die mit Gemüsen und Garnelenpaste gefüllt waren. Sehr, sehr lecker.

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Ferner gab es die allgegenwärtige Laksa und für mich ein Kari Hantu Set.

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Die Kombination vereinte ein erdiges Rindfleisch-Curry nach Penang-Art mit Lorbak, zartem Hühnerfleisch in einer hauchdünnen Soyabohnen-Hülle frittiert, und Ju Hu Char, Rüben mit Garnelen und Sepiastreifen. Jeder Bissen war eine Symphonie der Aromen. Und dann erst der Preis: 15 Ringgit, also umgerechnet noch nicht mal 4 Euro für einen Riesenteller ist kaum zu schlagen.

Mein Resümee: die Nyonya Küche schmeckt – und zwar großartig.

Little Penang Kafé

Lot G022-023, Ground Floor, Mid Valley Megamall, Lingkaran Syed Putra, 59200
Mid Valley City
Kuala Lumpur

Öffnungszeiten: täglich von 11.30 bis 21.30 Uhr

Indische Restaurants

Garküchen und Imbissläden, die indisches Essen servieren, gibt es Kuala Lumpurs zuhauf. Ein richtiges Little India liegt in unmittelbarer Nähe der Central Station in der Stadtmitte. Typisch sind Tandoori-Gerichte und die sogenannten Banana-Leaf Menus, eine Art Buffet, bei dem man sich aus einer Reihe von fertigen Gerichten bedient, die man auf ein Bananenblatt drapiert, das als Teller-Ersatz dient. Eine äußerst günstige Art satt zu werden. Wie zum Beispiel im  Kana Curry House, das 2012 von Time Out Kuala Lumpur zum besten Banan-Leaf-Restaurant gekürt wurde.

steinbauer-groetsch©2014

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Kana Curry House

29 Jalan 17/45
Seksyen 17
Petaling Jaya

Thailändische Restaurants

Auch thailändische Restaurants findet man überall in der Stadt. Wir haben im „My Elephant“ in Sri Hartamas gegessen, einem der drei Outlets in Kuala Lumpur. Der Andrang war groß und da wir keine Reservierung hatten, mussten wir etwas warten, bis ein Tisch in den überschaubaren Restaurant frei wurde. Die Einrichtung ist modern und ganz und gar nicht folkloristisch. Glasbausteine und weiße Designerstühle ziehen ein vorwiegend junges Publikum an. Die Speisekarte vereint die thailändischen Klassiker wie hausgemachte Fishcakes, Tom Yum Suppe und Panang Gai Curry, aber auch ausgefallene Gerichte wie „Snow Fish“, einen in Salz gebackenen ganzen Seebarsch mit grüner Chili-Soße. Vorspeisen ab 3 Euro, Hauptgerichte ab 5 Euro. Leider hatte ich an diesem Abend meine Kamera vergessen, so dass ich „nur“ essen konnte. Auch mal schön!

My Elephant

No. 20-G&1, Jalan Sri Hartamas 8,
Taman Sri Hartamas,
50480 Kuala Lumpur.

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