Käsenocken und Klettersteig – meine fabelhaften Ferien in Südtirol

Käsenocken und Klettersteig - meine fabelhaften Ferien in Südtirol

Als Frau eines Geologen und Mutter einer kletterbegeisterten Tochter blieb mir dieses Jahr keine Wahl: wir verbrachten einen Teil des Sommerurlaubs in den Bergen. Klettersteig-Gehen stand auf dem Programm der beiden und das passte prima zu meinem diesjährigen Vorsatz, jeden Monat etwas ganz Neues zu tun. Klettersteig-Gehen fiel definitiv in diese Kategorie. Ein wenig bang war mir schon, aber andererseits – so schwer konnte es wohl nicht sein: ich bin redlich fit, gelenkig und ich leide nicht unter übermäßiger Höhenangst. Hauptsächlich wandern und sich dazwischen mal an einem Stahlseil gesichert den Fels entlang hangeln – so stellte ich mir die Sache vor.

Klettern und Genießen

Also packte ich guter Dinge den Rucksack und los ging die Reise nach Obereggen in Südtirol. Das kleine Dorf liegt direkt Fuß des Latemar Massivs in den westlichen Dolomiten. Unsere Unterkunft, das familiengeführte Hotel Maria, hatte ich ausgesucht, weil Hotelchef Christoph Kofler neben Mountainbike-Tripps auch Kletterkurse und geführte Klettersteigtouren für Kinder und Erwachsene anbietet. Außerdem versprach die Webseite jeden Abend ein 4-Gänge-Menü mit frischen lokalen und saisonalen Zutaten. Nicht ganz unwichtig für eine Foodbloggerin und auch, weil in der Ferienwoche der Hochzeitstag anstand.

steinbauer-groetsch©2015

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Temporäre Großfamilie

Es ist nicht oft so, dass man an einen fremden Ort kommt und sich augenblicklich zuhause fühlt, aber im Hotel Maria war es der Fall, und deshalb schreibe ich auch diesen Post. Dieses Gefühl änderte sich auch nicht im Lauf der Woche. Im Gegenteil. Im Lauf der Woche wuchsen wir Gäste jeden Tag ein wenig mehr zu einer temporären Großfamilie zusammen. Das ging wie von selbst – bei gemeinsamen Aktivitäten oder auf der großen Terrasse bei einem Glas Südtiroler Wein und freiem Blick über saftig-grüne Almwiesen. Noch nie vorher habe ich während eines Urlaubs derart oft Adressen ausgetauscht mit der ehrlichen Aufforderung, zu Besuch zu kommen.

steinbauer-groetsch©2015

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Christoph Und Beatrix Kofler schaffen es, sicher mit viel Einsatz hinter den Kulissen, ein ganz besonderes Ferienerlebnis zu kreieren. Die beiden sind selbst Eltern und wissen anscheinend genau, wie sie ihre großen und kleinen Gäste glücklich machen können. Die Mischung aus Genuss, körperlicher Bewegung und Naturerlebnis hat jedenfalls bei unserer Tochter und uns gewirkt: nicht ein Mal maulte sie, dass ihr langweilig sei, nicht einmal gab es Streit. Pool, Kinderbetreuung und Hochseilgarten in Laufnähe taten ein Übriges.

Frische und Regionalität

Und die Kulinarik? Auch die hielt ihr virtuelles Versprechen. Chefkoch Peter Cider leitet seit 7 Jahren das Küchenteam im Hotel Maria und bekocht täglich bis zu 90 Gäste. Er achtet dabei, wo er kann, auf regionale Produkte. Die durchweg frischen Zutaten werden ohne Fertigaromen zu schmackhaften Menüfolgen verarbeitet.

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An meinem Besuchstag in der Küche garte ein Rindsgulasch mit Pfifferlingen vor sich hin, die typische Tiroler Gerstensuppe köchelte im Nebentopf und eine Mitarbeiterin formte mit konzentrierter Sorgfalt Tabletts voller Käsenocken.

Südtirol auf dem Teller

Dies alles verspeisten wir am Abend in einem  harmonischen Südtiroler Menü, ergänzt von einer tollen Auswahl regionaler Käsespezialitäten.

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Selchkarree mit Kürbiskernmantel auf Krautsalat

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Suedtiroler Kaesenocken

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Gerstensuppe

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Rindergulasch mit Pfifferlingen

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Apfelkuechlein mit Vanille-Sauce

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Suedtiroler Kaeseplatte

Getruken haben wir dazu einen Rosé Sekt der Winzervereinigung Tirolensis Ars Vini, der wunderbar frisch und leicht schmeckte.

Ausgesprochen freundlich und umsichtig war auch das kompetente Service-Team. Nachdem ich beim Frühstück mein mitgebrachtes glutenfreies Brot bestrichen hatte, stand am nächsten Tag unaufgefordert ein ganzer Korb mit glutenfreien Backwaren am Tisch. Bravo!

Schritt für Schritt

Aber halt – über all der Kulinarik-Schwärmerei hätte ich beinahe vergessen zu erzählen, wie es mir als Klettersteig-Novizin erging. Es stellte sich schnell heraus, dass meine Vorstellung von Wandern mit ein wenig Klettern komplett falsch war – Klettersteig-Gehen ist, wie der Name sagt, Klettern und Steigen mit ein wenig Wandern. Schon die erste Tour in der Nähe der Langkofel-Scharte, die Bergführer Hans ausgewählt hatte, ging für meine Begriffe geradewegs in den Himmel. Gut, dass wir am Tag vorher vom Hausherrn am nahen Übungsfelsen eine erste Einweisungs- und Übungsstunde bekommen hatten. Und gut, dass wir in einer Gruppe unterwegs waren, sonst hätte ich vielleicht noch gekniffen und wäre um eine großartige Erfahrung ärmer gewesen. So hakte mich tapfer ins Stahlseil wie alle anderen, konzentrierte mich auf den jeweils nächsten Schritt und vergaß nach einigen Minuten alles um mich herum. Ein paar kurze Schweiß-Momente gab es, aber als ich es geschafft hatte, waren die Geschichte.

Großartiges Bergpanorama

Ich hätte nie gedacht, dass ich das noch einmal schreiben würde, aber ich fand es einfach toll, am Berg nur mit mir und bei mir zu sein, fast wie eine Art der Meditation war das. Das Erlebnis machte Lust auf mehr, sodass wir noch eine zweite Tour an der Rotwand mitten im Rosengarten mit Guide Hans in Angriff nahmen.

groetsch©2015

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Dieser Klettersteig ist zwar nicht ganz so steil, aber dafür viel länger. Mit Auf- und Abstieg waren wir insgesamt sechs Stunden in einem großartigen Bergpanorama unterwegs. Ich bin nach diesem Urlaub definitiv mit dem Klettersteig-Virus infiziert und zwar nachhaltig.

steinbauer-groetsch©2015

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Übrigens – beim Abstieg ins Tal erfuhr ich von Hans noch, dass das Fleisch für einen Großteil des Südtiroler Specks von niederländischen Schweinen stammt, er aber das Privileg einer hausgemachten Spezialität genießen könne. Sein Onkel sei ein Meister im Speckmachen und gieße während der Reifezeit gerne mal eine Flasche Rotwein in der Trockenkammer aus. Ich denke, ich muss im nächsten Jahr wieder kommen in die Dolomiten: wegen der Berge, des Hotels und wegen des Specks vom Onkel. Den würde ich zu gern mal kosten.

Ein Tipp noch: Wer Lust hat auf eine Klettersteig-Erfahrung, der sollte als Anfänger mit einem Guide gehen, oder sich in einem Kurs in die Basics einweisen lassen.

Lust auf Käsenocken? – Hier entlang!

Wenn du jetzt Lust hast auf Südtiroler Spezialitäten, dann nur zu. Peter Cider hat mir hier sein Rezept für die Südtiroler Käsenocken verraten.

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Südtiroler Käsenocken
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Vorbereitung 20 Minuten
Kochzeit 15 Minuten
Wartezeit 30 Minuten
Portionen
Personen
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Anleitungen
  1. Zunächst den Teig für die Käsenocken herstellen.
  2. Dazu Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden.
  3. 20 g Butter in der Pfanne zerlassen und Zwiebel weich dünsten.
  4. Den Käse ebenfalls sehr fein würfeln.
  5. Brot in 1 cm große Würfel schneiden.
  6. Schnittlauch in Röllchen schneiden.
  7. Milch und Ei vermixen.
  8. Das geschnittene Brot, die gedünsteten Zwiebeln und den gewürfelten Käse in eine Schüssel geben, die Milch-Ei-Masse darüber gießen und 2 EL Schnittlauch-Röllchen hinzu geben.
  9. Alles gründlich durchmischen, mit etwas Salz und Pfeffer würzen.
  10. Das Mehl hinzu geben und die Masse solange kneten, bis der Teig zusammen hält.
  11. Den Teig 30 Minuten ruhen lassen.
  12. Nach der Ruhezeit jeweils 2 EL Teig abnehmen und mit nassen Händen zu ovalen Nocken formen.
  13. In einem großen Topf reichlich Salzwasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Temperatur bis knapp unter den Kochpunkt zurückdrehen.
  14. Die Nocken auf einen Kochlöffel legen und in das siedende Wasser geben (Vorsicht, das heiße Wasser kann spritzen).
  15. Nocken circa 15 Minuten auf niedriger Stufe bei halb zugedecktem Topfdeckel sieden, nicht kochen lassen.
  16. Während die Nocken garen, die restliche Butter schmelzen und leicht bräunen lassen.
  17. Nach dem Ende der Garzeit Nocken mit einem Schaumlöffel heraus nehmen und in einem Sieb abtropfen lassen.
  18. Käsenocken auf vier Tellern verteilen, mit der gebräunten Butter überziehen und mit Parmesan und dem restlichen Schnittlauch bestreuen.
  19. Sofort servieren.

Dieser Bericht wurde nicht gesponsort, sondern beruht auf der unabhängigen Meinung der Autorin.

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