Selamat Makan mit Saté
Saté-Spieße sind koloniales Erbe und fester Bestandteil der kulinarischen Landschaft der Niederlande. Sie gehören zum Repertoire jedes Metzgers und Geflügelhändlers, man bekommt sie in Supermärkten, bei Tokos, den indonesischen Imbissstuben, und in jedem Eetcafé. Der moslemische Teil der indonesischen Bevölkerung kocht sie mit Huhn, in Holland bekommt man oft Schweinefleisch. Von ganz frisch zubereitet (eher selten) bis vorgekocht und dann in der Mikrowelle erhitzt (eher die Norm) gibt es alle Varianten. Da ich schon zu oft auf pappige Erdnuss-Soßen und gummiartiges Fleisch hereingefallen bin gilt für mich mittlerweile der eiserne Grundsatz: Saté gibt es nur noch vom Toko meines Vertrauens oder selbst gemacht.
Das Wort Saté kommt aus dem Indonesischen und bedeutet so viel wie Fleisch, das auf Bambusspießen über Holzfeuer gegrillt wird. Und deshalb schmecken sie frisch vom Grill auch am besten. Eine wunderbare Alternative zum üblichen Grillgut, wie auch mein Schulfreund, Küchenexperte und (seit neuestem) Röslegrill-Meister herwig Danzer im fernen Franken festgestellt hat.
Man kann die Saté-Spieße aber auch in der Pfanne oder im Backofen zubereiten. Ich benutze dazu meinen heiß geliebten Teppan Yaki. Die Hauptsache ist, sie werden gebraten und dann gleich verspeist. Mit ein paar Gurkenwürfeln und Reis serviert sind sie richtige Glücklichmacher. Selamat makan – Eet smakelijk – Guten Appetit!
Das Fleisch in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Knoblauch schälen, fein hacken und in eine Schüssel geben. Mit den restlichen Zutaten eine Marinade herstellen und Fleischstücke einlegen. 1 Stunde im Kühlschrank marinieren. Holzspieße einölen und je 3 Fleischstücke aufspießen Über Holzkohle kurz grillen. Im vorgeheizten Backofen bei 220 ˚C garen sie 12-15 Minuten, in der Pfanne in Öl brät man sie von jeder Seite zirka 3-4 Minuten. Vorsicht hier: Fettschutz benutzen, denn es spritzt!
Für die Soße Schalotten, Knoblauch, Ingwer, Chili und Zitronengras sehr fein hacken. Mit Koriander, Salz, Zitronensaft, Zucker, Sojasoße und 3 EL Kokosmilch zu einer Paste pürieren. Öl in einem Topf erhitzen, die Paste kurz anbraten, bis sich die Aromen entfalten. Mit der restlichen Kokosmilch ablöschen. Erhitzen und die Erdnussbutter einrühren. Solange köcheln lassen, bis die Soße cremig ist. Bei Bedarf nachsalzen. Serviert werden die Saté-Spieße mit der Erdnuss-Soße, Reis und ein paar Würfeln Gurke.
Alles Oranje: Koniginnendag 2012
Gestern war es wieder so weit – die jährliche Feierwelle schwappte über das ganz Land und tauchte es in Oranje. Koniginnendag in den Niederlanden – das ist ein Fest der besonderen Art, eine Mischung aus Karneval und Kaufmannslust, aus Patriotismus und Performance.
Begangen wurde der Feiertag zum ersten Mal als Prinzessinnentag anlässlich der Geburt von Prinzessin Willhelmina im August 1889. Als Juliana, die Mutter von Königin Beatrix 1949 den Thron bestieg, wurde der Tag auf ihren Geburtstag verlegt, den 30 April. Damals war der Koniginnendag noch kein Feiertag wie heute, dies bürgerte sich erst während der Regentschaft von Juliana ein. Ihre Tochter, Königin Beatrix behielt das Datum bei, obwohl sie selbst im Januar Geburtstag hatte. Aus gutem Grund. In Skimontur und Winterstiefeln lässt es nicht ganz so gut feiern wie im leichten T-Shirt und Sneakers. Diese Umsicht danken ihr die Holländer noch heute.
Für einen ordentlichen Koniginnedag in jeder Kommune sorgen die lokalen Organisations-Komitees. Bei uns ist die Wassenaarse Oranje Vereniging “Koningin Wilhelmina” für den Ablauf der Feierlichkeiten verantwortlich. Mittelpunkt ist traditionell der Trödelmarkt für Kinder und Erwachsene, denn am Koniginnendag darf jeder Niederländer auf der Straße verkaufen, was er will. Dazu gab es Musik, Hüpfburgen und jede Menge Essbares, natürlich in Orange. Die Königin selbst war diesmal in der Provinz Utrecht in Veenendal und Rhenen zu Gast.
Dank des guten Wetters hatten wir nicht nur an den Aktivitäten im „Dorpje“ unseren Spaß, sondern kamen auch noch in den Genuss einer spontanen Einladung zum Grillfest bei unseren amerikanischen Nachbarn. Ich staunte nicht schlecht, als dort Gastgeber und Gäste von jenseits des Atlantiks ebenfalls in orange Shirts gekleidet waren. Da blitzte sie kurz durch, die heimliche Verehrung der neuen Welt für die Adelshäuser und Königsgeschlechter des alten Europa. Und die kann man nirgends besser ausleben als am Koniginnendag.
Kindheitsgeschmack: Quark-Sahne-Schnitten
Am Wochenende soll der Sommer ausbrechen – auch bei uns in den Niederlanden. Zarte Versuche macht das Wetter schon im jetzt, während ich diesen Blogeintrag schreibe, schiebt sich die Sonne immer wieder energisch durch die löchrige Wolkendecke. Nach all dem miesen Aprilwetter sehne ich mich nach einem Nachmittag im Garten. Beine hochlegen, Gesicht in die Sonne halten, genießen. Und zum Kaffee die Quark-Sahne-Schnitten nach dem Rezept meiner Mutter. Am letzen Wochenende habe ich sie zum ersten Mal selbst gebacken, und leider ohne Sonne, aber mit netten Freunden verspeist. Diesen Beitrag weiterlesen »
Home is Where the Cookie is
Normalerweise vermeide ich Küchenläden. Nicht, weil ich sie nicht mag, sondern, weil ich mich zu leicht verführen lasse, ein Gadget zu erwerben, das ich erstens nicht brauche und für das ich zweitens keinen Platz in meiner Miniküche habe. Normalerweise klappt das auch ganz gut. Diesen Beitrag weiterlesen »
Ostern mit Sir Paul: kulinarisch-musikalische Zeitreise
Neulich war ich für ein paar Stunden wieder jung. Geschafft hat das kein Beauty-Treatment, keine Wellness-Oase, und kein Schönheitschirurg, sondern ein Herr names Sir Paul McCartney. Diesen Beitrag weiterlesen »












Ein Topf Heimat
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